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Logistik und Umzug

 

Um einen reibungslosen Umzug durchzuführen sollte man einen Umzugsservice beauftragen… Oder doch eine Spedition? Einen Packdienst? Ein Umzugsunternehmen? Die Begriffe sind ähnlich und oft unscharf. Wir bringen etwas Ordnung ins Begriffchaos.

Eine Spedition organisiert den Transport

Der am weitesten gefasste Begriff ist Spedition. Eine Spedition kann alles Mögliche transportieren, von Affen in Käfigen bis Zahnpastatuben. Dabei handelt es sich meistens um kommerzielle Anbieter, die Waren aller Art von A nach B bringen. Dementsprechend wird alles rund um den Speditionsvertrag im Handelsgesetzbuch (§453 – §466) geregelt. Der Spediteur kann, muss aber nicht zwangsläufig den Auftrag auch selbst durchführen, also mit eigenen Lastwagen etc. die Güter transportieren. Der Frachtführer bzw. in der Seefahrt „Verfrachter“ verfügt über die Transportmittel (Lastwagen, Eisenbahn, Schiffe etc.).

Was ist eine Möbelspedition?

Seefahrt und Fracht

In der Seefracht heißt der Transporteur „Verfrachter“

Wenn Speditionen Aufträge nur koordinieren und an andere Firmen abgeben, was macht dann eine Möbelspedition? Zunächst ist klar: Es handelt sich um eine Unternehmensform, die irgendwas mit dem Transport von Möbeln zu tun hat. Das können aber auch neue Möbel sein, die, frisch gekauft, vom Möbelhaus nach Hause geliefert werden. Dann spricht man von Neumöbelspediteuren.

Es gibt allerdings auch Möbelspeditionen, die gleichzeitig Umzugsspeditionen sind. Aber anders als ein herkömmlicher Spediteur, führen diese Speditionen den Transport selbst durch. Hier spricht man vom „Selbsteintritt“ als Frachtführer.

Ein Umzugsunternehmen ist ein spezialisierter Frachtführer

Der Transport durch ein Umzugsunternehmen oder – wie oben beschrieben – einer Umzugsspedition bei Selbsteintritt, unterliegt besonderen Reglungen. Das Unternehmen geht in der Regel einen Umzugsvertag mit dem Kunden ein. Daraus entstehen besondere Rechte, aber auch besondere Pflichten. Zu den Pflichten gehört der Auf- und Abbau von Möbeln sowie deren Ver- und Entladung. Ein normaler Frachtvertrag kann ausschließlich den Transport beinhalten. Aber auch das kann separat in einem Umzugsvertrag geregelt werden. Weitere Reglungen betreffen Haftungs- und Pfändungsrecht, die wichtige Auswirkungen auf den Kunden haben.

Umzugsunternehmen und Haftung

Sofern nichts anderes vereinbart wurde, ist die Haftung des Umzugsunternehmens grundsätzlich auf 620 Euro pro Quadratmeter gedeckelt. Die Haftung entfällt sogar bei Schäden, die bei Beförder

Scherben nach Umzug

Wer selbst verpackt, haftet auch für die Schäden beim Umzug

ung von Edelmetallen, Juwelen, Edelsteinen, Geld, Briefmarken, Münzen, Wertpapieren oder Urkunden entstehen. Voraussetzung ist natürlich, dass das Unternehmen alles nach bestem Wissen und gewissen und nach den Anweisungen des Besitzers transportiert hat.

Außerdem haftet das Unternemen auch nicht bei ungenügender Verpackung oder Kennzeichnung durch den Absender. Wenn man sich also entscheidet, selber zu verpacken und dadurch Sachen kaputt gehen, haftet das Unternehmen nicht. Anders ist es, wenn das Unternehmen die Verpackung selbst übernimmt.

Umzugsunternehmen und Pfändungen

Umzugsunternehmen dürfen, ebenso wie Speditionen und andere Logistikfirmen, pfänden. Es gibt generell ein Zurückbehaltungsrecht nach § 273 BGB, wenn Rechnungen nicht bezahlt wurden. Das Gesetz erlaubt einem Unternehmen Güter – die im Besitz des Unternehmens sind – einzubehalten. Es darf also kein Umzugsfirma einfach bei jemandem Zuhause auftauchen und Sachen mitnehmen. Zusätzlich gibt es noch ein gesetzliches Pfandrecht an dem Umzugsgut nach § 441 HGB. Umzugspfändungen werden allerdings sehr selten durchgeführt, da der Imageschaden der betreffenden Firma in der Regel sehr hoch ist.

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