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Den Umzugstermin festlegenManchmal geht es nicht anders. Wegen Problemen mit dem Sonderurlaub für den Umzug, weil die meisten Helfer nur dann können oder weil die Wohnung kurzfristig bezogen werden muss: Der Umzug an Feiertagen. Dabei ist einiges zu beachten, vor allem was Gesetz und Nachbarschaftsatmosphäre betrifft.

Schritt 1: Das Feiertagsgesetz des Bundeslandes lesen

Das jeweilige Feiertagsgesetz regelt die Aktivitäten, die an einem Feiertag durchgeführt werden können. Dabei ist der Grundtenor in ganz Deutschland ähnlich. Feiertage sind Ruhetage und so auch der Sonntag. Das Sächsische Feiertagsgesetz schreibt beispielsweise vor:

Ostern als wichtiger Feiertag

Religiöse Feiertage sind in vielen Bundesländern besonders geschützt

An den Sonntagen und den gesetzlichen Feiertagen sind öffentlich bemerkbare Arbeiten und sonstige Handlungen, die geeignet sind, die Ruhe des Tages zu beeinträchtigen, verboten, soweit nicht durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes etwas anderes bestimmt
ist.“

Darunter könnte auch ein Umzug fallen und somit läge eine Ordungswidrigkeit vor, die je nach schwere und Feiertag mit bis zu 5000 Euro belegt werden kann. Allerdings sieht das Gesetz auch Ausnahmen vor, unter anderem „zur Befriedigung häuslicher Bedürfnisse“. Darunter fällt nach gängiger Rechtsprechung auch ein Umzug.

Schritt 2: Ein Blick in die Hausordnung

Unterschrift Mietvertrag

Mit der Unterschrift beim Mietvertrag kann es sein, dass man eingewilligt hat nicht an Feiertagen umzuziehen

In einigen Mietverträgen wird darauf hingewiesen, dass mit der Unterschrift auch die Hausordnung aktzeptiert wird. Und in dieser Hausordnung kann geregelt sein, dass an Wochenenden oder an Feiertagen nicht umgezogen werden darf. Auch wenn das Feiertagsgesetz etwas anderes sagt. Denn das Vertragsrecht in Deutschland ist sehr strikt: Mit der

Unterschrift unter den Mietvertrag – und damit gewissermaßen auch unter die Hausordnung – hat man in alle Konditionen eingewilligt. Das ist in diesem Fall mehr wert als die gängige gesetzliche Regelung. Hier kann aber auch ein Gespräch mit der Hausverwaltung helfen. Wenn man überzeugend ist, kann man eventuelle eine Ausnahmegenehmigung bekommen.

Schritt 3: Die Nachbarn informieren

Wo kein Kläger da kein Richter. Selbst wenn das Feiertagsgesetz und die Hausordnung grünes Licht für einen Umzug geben, sollte man die Nachbarn früh informieren. Denn es gibt nichts ärgerlicheres, wenn doch ein Rechtsstreit entsteht. Oder die Hausverwaltung nachfragt. Oder die Polizei vor der Tür steht, die wegen Ruhestörung gerufen wurde.
Zumindest bei den direkten Nachbarn sollte daher einige Tage zuvor geklingelt werden. Eine Schachtel Pralinen oder ein guter Wein hilft hier eine gute Atmosphäre zu schaffen. Genauso wie Zettel im Treppenhaus, die erklären und etwaigen Lärm entschuldigen. Das ist beim Auszug oft weniger das Problem. Beim Einzug kann das schwierig sein, da man eventuell den Schlüssel für das Treppenhaus noch nicht hat. Ein guter Kontakt zur Hausverwaltung oder zum Vormieter kann sich hier als echter Türöffner erweisen. So kann bei den Nachbarn auch für das Zusammenleben in den folgenden Jahren ein guter Grundstein gelegt werden.

 

 

Fazit: Information ist alles

Mit den drei hier geschilderten Grundschritten ist man zunächst auf der sicheren Seite. Bei Unsicherheit kann es aber geschickt sein, sich bei einem professionellen Umzugsservice zu informieren. Oder man kann gleich eine Umzugsfirma beauftragen – die kennt sich aus, hat Erfahrung und verursacht wenig Lärm und übernimmt die Verantwortung für Ihren Umzug.